Positive Stimmung in der Branche: Die Fahrzeughersteller liegen gut im Rennen, berichten über eine hohe Auslastung und treiben marktgerechte Innovationen voran.

Nach einem erfolgreichen Jahr 2018 läuft es nach einhelliger Einschätzung der Unternehmen auch im aktuellen Jahr sehr gut. Die Nachfrage nach Tankfahrzeugen liegt weiter auf dem hohen Niveau des Vorjahres und teilweise noch darüber. Kleiner Wermutstropfen: Dank der hohen Auslastung der Hersteller müssen die Kunden längere Lieferzeiten in Kauf nehmen. Wer also noch für das kommende Jahr die Anschaffung eines neuen Tankfahrzeuges plant, der sollte zügig einen Auftrag auslösen, lautet die Empfehlung der Unternehmen.

Quelle: Archiv

Das bestimmt den Markt

Doch warum ist der Bedarf an neuen Tankfahrzeugen eigentlich so hoch, obwohl der Mineralölmarkt insgesamt nicht wächst. Als ein möglicher Grund wird die Strukturentwicklung bei den mittelständischen Energiehandelsunternehmen gesehen. Gab es früher sehr viele kleine Familienbetriebe, die ihre Tankfahrzeuge durchaus länger als zehn Jahre fuhren oder aus Kostengründen gern auf einen gebrauchten Tkw zurückgriffen, werden die Unternehmensgrößen im Handel durch die Konsolidierung der Branche größer und damit auch die Fuhrparks. Deren Betreiber wechseln aber deutlich schneller ihre Fahrzeuge aus. Länger als acht bis zehn Jahre bleiben die Tkw nicht im Bestand, eher kürzer.

Ein weiterer Grund für den Kauf neuer Tankfahrzeuge tritt dann ein, wenn die Fahrzeuge aus einer übernommenen Firma nicht in den Fuhrpark passen und daher gegen neue getauscht werden.

Und schließlich tragen regulatorische und technische Entwicklungen zur kontinuierlichen Tkw-Nachfrage bei. Etwa die Einführung der Euro 6-Norm: „So macht es oft wenig Sinn, ein altes Fahrzeug auf die neue Norm umzurüsten“, wie aus Herstellerkreisen eingeschätzt wird.

Der Gebrauchtwagenmarkt hat sich in den vergangenen Jahren immer deutlicher nach Osteuropa verlagert. Aber auch hier findet veraltete Fahrzeugtechnik keine Kunden mehr. Auch das ist eine mögliche Erklärung für die stabile Absatzentwicklung von Neufahrzeugen. Denn nach etwa sechs Jahren steigt der Wertverlust der Fahrzeuge immer schneller. Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt für seinen Tkw noch einen lohnenswerten Erlös erzielen will, erneuert also auch aus diesem Grund regelmäßig seinen Fuhrpark.

Hinzu kommt, dass die Mineralölhändler 2018 wirtschaftlich kein schlechtes Jahr hatten, Kredite billig sind und daher investiert wird.

Technik-Trends

Die Gewichtung von Sattelaufliegern, Verteilerfahrzeugen und Anhängern unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller deutlich – je nach der Unternehmensausrichtung und Kundenpräferenzen. Im Durchschnitt liegt der Sattel bei allen Befragten vorn, da die Mehrzahl der Fahrzeuge von Speditionen betrieben wird, die ihren Fahrzeugbestand schneller erneuern als der Mittelstand, der überwiegend Verteilerfahrzeuge und die häufig als Hängerzüge im Einsatz hat. Der typische Mineralölanhänger bleibt aber offenbar länger im Bestand, da der Anteil bei allen Herstellern vergleichsweise gering ist.

Auffällig ist der Trend zu dreiachsigen Motorwagen und zu Fahrzeugen mit denen neben den klassischen Mineralölprodukten auch AdBlue in Kombination befördert werden kann. Bei AdBlue steigt die Nachfrage nach Transportkapazitäten insgesamt in gleichem Maße, wie sich der Markt entwickelt. Hier wird weiterhin ein hohes Zuwachspotenzial gesehen.

Sonderfahrzeuge für Holzpellets, Schmierstoffe und Flugfeldbetankung sind weiter gefragt, wobei die Hersteller hier unterschiedlich positioniert sind.

Während sich die energiepolitische Diskussion im Tankfahrzeuggeschäft bisher kaum niederschlägt und klassische Antriebe das Feld bestimmen, zeigen Innovationen, wie die Branche bereits auf gesellschaftliche Trends und davon abgeleitete Kundenanforderungen eingeht. Spezielle Entwicklungen wie die elektrische Förderpumpe für die Heizöl-, bzw. Kraftstoffbelieferung von Esterer finden den Weg in den Markt.

Bei Schrader gibt es interessante Ansätze in Richtung vollelektrifiziertes Flugfeldfahrzeug.

Über beides werden wir zu gegebener Zeit weiter berichten.

Export bleibt wichtig

Der Exportanteil hat sich bei den Fahrzeugherstellern im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert, wobei das Auslandsgeschäft in allen Unternehmen eine tragende Säule darstellt, die teilweise um die 50 Prozent des Absatzes ausmacht. Wie die Hersteller berichten, gelingt es in der Regel rückläufige Regionen durch wachsende Märkte in anderen Ländern auszugleichen.