Messepremiere „expo GasTrans“

Im Rahmen der expo PetroTrans 2018 wurde diesem Logistikbereich erstmals eine Sonderausstellung gewidmet. In diesem Jahr etabliert sich in Kassel bereits ein europaweit einzigartiges Forum für Umschlag und Transport von Flüssiggasen.

Was mit einer Sonderausstellung im Rahmen der expo PetroTrans 2018 begann, hat sich zu einer veritablen „Messe in der Messe“ gemausert: Vom 1. bis 3. Oktober 2020 erweitert die expo GasTrans das europaweit einzigartige Branchenforum expo PetroTrans um eine zukunftsweisende Perspektive – den Transport und Umschlag verflüssigter Gase im Tankkesselwagen.

Doch warum befasst sich eine Logistikmesse, deren Schwerpunkt seit Jahren auf Transport und Umschlag flüssiger Energieträger lag nun mit dem Thema Gas?

Dafür gibt es gleich mehrere gewichtige Gründe, wie die Geschäftsführer der Messeveranstalter AVR und planetfair, Thomas Klocke und Ingo Klöver, erläutern: „Für uns war als erstes natürlich das Interesse der Aussteller und Besucher ausschlaggebend. Als wir gesehen haben, wie gut die Sonderschau zum Thema Flüssiggas 2018 angenommen wurde, war es nur folgerichtig, das strukturiert weiterzuentwickeln und in einem größeren Rahmen zu präsentieren. Die starke Nachfrage an Ausstellern zur Premiere der ‚expo GasTrans‘ zeigt, dass wir damit total richtig liegen“, sagt Ingo Klöver.

„Eine Spezialmesse wie die expo PetroTrans bietet den Vorteil, dass wir als Veranstalter mit den Ausstellern in einen intensiven Dialog kommen. Dabei haben wir festgestellt, dass viele Mineralölversorger eben nicht nur Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffe transportieren, sondern auch Heizgas, Autogas und zukünftig immer mehr flüssiges Erdgas“, ergänzt Thomas Klocke.

Ebenso wichtig sind die Entwicklungen im Markt und die Rahmenbedingungen, die von der Politik sowohl für den Verkehrs- als auch für den Gebäudebereich gesetzt werden. Um die ehrgeizigen CO2-Emissionsziele zu erreichen, wird Gas als Übergangtechnologie favorisiert und soll bei der Wärmeerzeugung Heizöl ablösen und im Verkehr – vor allem bei schweren Lkw als umweltschonender Treibstoff zum Einsatz kommen. Umfangreiche Förderprogramme in Milliardenhöhe in beiden Segmenten lassen die Nachfrage steigen und führen zu einem verstärkten Ausbau der Infrastruktur wie etwa LNG-Tankstellen. Alle 400 bis 500 Kilometer soll eine solche Tankstelle entstehen, die dann mit dem Alternativkraftstoff beliefert werden muss.

Das stellt einerseits neue Anforderungen an die Logistik, die die expo GasTrans mit dem Fokus auf operative Technologien und deren Nutzung für einen sicheren Umschlag von Flüssiggasen auf der Straße ganz gezielt thematisieren will.

Andererseits zeigt es klar, dass heutige Mineralölhändler schon jetzt beginnen sollten, sich in diesem Geschäftsfeld zu engagieren – sei es als Logistiker, als reine Händler oder als Tankstellenbetreiber. Dabei macht Klöver noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: Die Digitalisierung im Energiehandel, die auch beim Thema Gas eine wachsende Rolle spielt. „Immer mehr Energiehändler optimieren den Handel mit Flüssiggas in Bezug auf Betriebs- und Warenwirtschaftssicherheit. Diese Unternehmen, viele von ihnen mittelständisch strukturierte Familienbetriebe, haben erkannt, dass nur ein hoch effizienter Umschlag und gesteigerte Datennutzung langfristig die Wirtschaftlichkeit des Betriebs sichern. Digitalisierung eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Sagen Sie Ihrem Kunden, dass sein Vorrat zur Neige geht bevor er es selbst merkt und bieten Sie ihm die Nachlieferung an, bevor er anfängt im Internet nach dem billigsten Anbieter zu recherchieren.“

Daraus ergibt sich ein weiterer wesentlicher Treiber, der zum Aufbau der „expo GasTrans“ als „Messe in der Messe“ geführt hat: ein geradezu idealer Synergieeffekt, der sowohl für Aussteller als auch für Besucher gleichermaßen gewinnbringend ist. Kurz gesagt, wenn sich der Mineralölhandel auf dem Weg zum breit aufgestellten Energieanbieter befindet, um sein Geschäft zukunftssicher aufzustellen, dann findet er in Kassel einen immer breiteren Überblick dazu, ganz unterschiedliche Alternativen und die passenden Ansprechpartner, um sich für seine unternehmerischen Entscheidungen fit zu machen.

Denn klar ist, dass die E-Mobilität nicht das alleinige Mittel der Wahl sein kann, um die Herausforderungen an die Verkehrswende zu erfüllen. Es wird daher immer alternative Gasförmige und flüssige Energieträger geben, die befördert werden müssen.

Dafür ermöglicht die gekoppelte Durchführung der beiden Veranstaltungen expo GasTrans und expo PetroTrans an einem Messeplatz den Ausstellern, die in beiden Bereichen aktiv sind, eine wirtschaftliche Messebeteiligung und die Ansprache von zukunftsorientierten Kunden, die heute schon die Weichen stellen wollen für das Geschäft von morgen.

Fazit: Mit der „expo GasTrans“ wurde eine B2B-Plattform für die Präsentation von Transportfahrzeugen, Ausstattungsmerkmalen und digitalen Komponenten geschaffen, die in jeder Hinsicht die „expo PetroTrans“ organisch weiterentwickelt und sinnvoll erweitert.