Angesichts anhaltender Pandemiebeschränkungen und der Sonderentwicklung im Heizölmarkt 2020 bleibt der Absatz an Mineralölprodukten in Deutschland zu Jahresbeginn klar hinter dem des Vorjahres zurück. Das wirkt sich auch auf die Logistik aus. Besserung ist aber in Sicht.

Vor einigen Wochen ging es durch die Medien: Deutschland hat sein Klimaziel für 2020 geschafft. Eine wesentliche Ursache dafür waren die Pandemiebeschränkungen, die sich negativ auf die gesamte Wirtschaft und vor allem auf die Mobilität auswirkten.

Einzig der Gebäudebereich lag leicht über der Zielmarke. Einerseits stieg der Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden durch verstärktes Homeoffice. Andrerseits schlugen die Heizölkunden bei geradezu historisch niedrigen Preisen ordentlich zu und füllten ihre Tanklager bis an den Rand.

Was bedeutet das für das laufende Jahr?

Ein weiterer Lockdown heißt zunächst, der Stillstand geht in vielen Bereichen weiter. Es wird kaum geflogen und weniger gefahren. Auch der Güterverkehr ließ nach, obwohl hier im März erstmals wieder eine Besserung in Sicht war. Eine recht aufschlussreiche Kenngröße bildet dabei der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex. Er lässt auch erste Rückschlüsse auf die Konjunkturentwicklung zu. Wie das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilen, ist der Wert im Januar zum Vormonat um 3,2 Prozent gesunken und ging im Februar 2021 nochmals um 2,1 Prozent zurück. Im März zeigt der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex indes wieder ein Plus von 4,7 Prozent.

Der magere Jahresstart hatte unmittelbare Folgen auf die Kraftstoffnachfrage. Wie die vorläufigen BAFA-Daten ausweisen, wurde im Januar 2021 rund ein Viertel weniger Diesel (-25 Prozent) und sogar ein Drittel weniger Benzin (-33 Prozent) verkauft. Die Nachfrage nach Flugkraftstoffen hat sich sogar mehr als halbiert.

Ein solcher Einbruch ist bemerkenswert und bisher einzigartig. Die steigenden Zulassungszahlen bei Elektro-Pkw können dafür nicht die Ursache sein. Denn der Anteil reiner batterieelektrischer Fahrzeuge am Fahrzeugbestand liegt in Deutschland noch immer unter 1 Prozent.
Der Kraftstoffabsatz leidet also eindeutig unter den Pandemiebedingungen.

Etwas anders liegt der Heizölmarkt. Hier ist die Sonderkonjunktur des vergangenen Jahres maßgeblich für den Absatzeinbruch verantwortlich. Auch wenn bis in den April teilweise Minustemperaturen herrschten, mussten offenbar viele Heizölkunden im ersten Quartal noch nicht wieder nachtanken. Die Heizölnachfrage hat sich bis März im Vergleich zum 1. Quartal 2020 nach vorliegenden Branchenschätzungen auf rund die Hälfte verringert. Nun bleibt abzuwarten, inwieweit die kalte Witterung trotz der im Gegensatz zum Vorjahr höheren Heizölpreise die Nachfrage im 2. Quartal wieder belebt.

Auch in den Bereichen Flüssiggas und Schmierstoffe liegen die bisherigen Absatzdaten unterhalb der Vorjahreszahlen.

Die Folge: Tankfahrzeuge werden schlechter ausgelastet, die Margen im Mineralölhandel geraten teilweise unter Druck, Spezialfahrzeuge – insbesondere im Flugfeldbereich und außerhalb des Lastflugverkehrs – werden kaum gebraucht.

Allerdings: Die Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung zeigen wieder nach oben. Es ist also Licht am Ende des Tunnels.

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