In vielen Firmen sind noch Lieferscheine auf Papier und manuelle Abläufe zwischen der Logistik und Spediteuren an der Tagesordnung. Dabei gilt die digitale Supply Chain längst als Modell der Zukunft.

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Der Digitalisierung von Betriebsprozessen kommt in der heutigen Zeit eine immer größere Bedeutung zu. „Künftig geht es in der Logistik-Branche insbesondere darum, die Abfolge der Lieferketten digital zu vernetzen, um so mit der Zeit zu gehen und Abläufe zu optimieren. Durch diese Verknüpfung gestalten sich Logistikprozesse effizienter und eine Ressourcenschonung von beispielsweise Papier setzt ein“, erklärt Alexander Heine, Geschäftsführer der CM Logistik Gruppe.

Er sieht bei den Logistikern hier noch großen Nachholbedarf. Wie eine repräsentative Umfrage der Bundesvereinigung Logistik ergab, glauben 87 Prozent von 300 befragten Firmen, dass die digitale Vernetzung der Abläufe in der Branche einen hohen Stellenwert genießen sollte und mit vielen Chancen einhergeht. Allerdings gab die Hälfte der Befragten an, aktuell keinen digitalen Geschäftszweig zu besitzen.

Chancen einhergeht. Allerdings gab die Hälfte der Befragten an, aktuell keinen digitalen Geschäftszweig zu besitzen.

Diese Diskrepanz zwischen dem Willen der Unternehmer und der tatsächlichen Marktlage verdeutlicht die großen Herausforderungen, mit denen sich die Betriebe in diesem Bereich konfrontiert sehen. „Eine der größten Aufgaben bringt die Wahl der richtigen Supply-Chain-Management-Software mit sich. Diese sollte alle Abläufe des Unternehmens abbilden und sich ebenfalls mit den bestehenden Systemen der Spediteure sowie kooperierenden Handelsunternehmen verbinden können“, kommentiert Heine. Die technischen Voraussetzungen schaffen die Basis, um eine gesamtheitliche Lieferkette abzubilden. „Digitale Endgeräte wie geeignete Smartphones oder Tablets für Spediteure ersetzen beispielsweise Transportaufträge in Papierform und sorgen so für eine große Ersparnis für das Unternehmen. Eine Heranführung der Mitarbeiter an die neue Arbeitsweise durch Schulungen empfiehlt sich hierbei, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren“, so Heine weiter.

Die Zukunft fährt digital
Firmen, die in Zukunft auf die vollständige Automatisierung der Logistik setzen, müssen zunächst einige Investitionen stemmen. Diese zahlen sich jedoch langfristig durch erhöhte Einsparungen aus. So ergibt sich für die Logistiker beispielsweise pro Frachtbrief aus Papier ein großes Kostensenkungspotenzial. „Digitale Vernetzung bringt langfristig finanzielle Vorteile für die Unternehmer und schont gleichzeitig Bestände inklusive Umwelt. Denn papierlose Abläufe und intelligente Warenbestandsaufnahmen, die für weniger Überschuss in der Produktion sorgen, kommen der Nachhaltigkeit zugute“, erläutert Heine.

Die Etablierung einer einheitlichen Software für sämtliche Unternehmensprozesse minimiert darüber hinaus Fehler im Lieferprozess. IT-Systeme begleiten die gesamte Supply Chain, archivieren alle Betriebsabläufe und erfassen Lagerbestände. Lieferprozesse gestalten sich dadurch effizienter, indem Ressourcen, Güter und Inventar sich leichter verschieben und erfassen lassen. „Die in Echtzeit durchgeführte Kooperation zwischen Mensch und Maschine über den gesamten Supply-Chain-Prozess bewirkt eine transparente Arbeitsweise, die einen schnelleren Transportablauf ermöglicht. So lässt sich ein erhöhtes Auftragsvorkommen besser abarbeiten, wodurch sich eine größere Kundenzufriedenheit ergibt“, erläutert der Experte und fügt an: „Jedoch bedarf es dafür einer weitreichenden digitalen Strategie, die an der Organisationsstruktur des betreffenden Unternehmens anknüpft. Ein solcher gesamtheitlicher Ansatz eröffnet Betrieben in der Branche den Start in eine digitale Zukunft.“