Die einen halten ihn für zu niedrig, die anderen sehen darin eine Gefahr für die Wirtschaft. Seit 1. Januar gibt es in Deutschland eine neue CO2-Abgabe auf fossile Brenn- und Kraftstoffe. Wie hat der Markt darauf reagiert?

Mit Beginn des Jahres gilt die neue CO2-Bepreisung für die Sektoren Wärme und Verkehr. Damit wird ein nationales Emissionshandelssystem für die Bereiche gestartet, deren CO2-Ausstoß bisher nicht durch das Emissions Trading System der EU erfasst sind. Für die Einführungsphase von 2021 bis 2025 gelten zunächst Festpreise für die Zertifikate.

Konkret bedeutet das einen Aufschlag auf fossile Brenn- und Kraftstoffe entsprechend ihrer CO2-Emissionen bei der Verbrennung: Ab dem 1. Januar 2021 startete das System mit einem Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 belegt. Daraus ergibt sich für Öl und Diesel eine Abgabe von 7,9 Cent pro Liter, für Benzin von 7 Cent pro Liter und für Erdgas von 6 Cent pro 10 Kilowattstunden, um es im energetischen Vergleich annähernd richtig dazustellen.

Betroffen ist auch Flüssiggas/Autogas mit einem Aufschlag von ca. 3,9 Cent pro Liter, wie der Deutsche Verband Flüssiggas berechnet hat. Allerdings muss hier auch der energetische Vergleich berücksichtigt werden. Selbst Fernwärme ist teilweise betroffen, wobei das davon abhängt, wie sie erzeugt wird.

Auswirkung im Markt unterschiedlich
Da die meisten Heizölkunden bei sehr günstigen Preisen im vergangenen Jahr ihre Tanks gut gefüllt haben und damit über die aktuelle Heizsaison kommen, ohne nachtanken zu müssen, merken sie zunächst nichts von einem CO2-Aufschlag. Für den Mineralölhandel bedeutet dies zwar eine echte Absatzflaute – zumindest im ersten Quartal 2021. Für die Ölheizungsbetreiber erweist sich ihr System einmal mehr als Vorteil.

Darüber hinaus verharrten die Heizölpreise im Januar ohnehin noch auf dem Niveau von Mitte Dezember 2020. Kaum Nachfrage drückt offenbar im Wettbewerb auf die Preise, obwohl gleichzeitig zum CO2-Aufschlag die gestiegenen Rohölnotierungen und die wieder erhöhte Mehrwertsteuer zu Buche schlagen müssten. Ende Januar war Heizöl im bundesdeutschen Durchschnitt noch immer rund 16 Prozent günstiger als zu Beginn des Vorjahres. Das trifft für andere Energieträger nicht zu. Ob Erdgas, Flüssiggas, Fernwärme oder Strom, überall gab es Preiserhöhungen und überall fallen die Kosten höher aus, als Anfang 2020.

An der Tankstelle stiegen die Preise für Diesel und Benzin dagegen um rund 9 Prozent, was bei den Vorgaben durchaus nachvollziehbar ist, blieben aber dennoch rund 5 Prozent preiswerter als im Januar 2020. Unterschiedlich lief die Entwicklung bei Gas als Kraftstoff. Autogas verteuerte sich deutlich – nicht nur gegenüber Dezember, sondern auch im Vergleich zum Januar 2020.

Der Preis für Erdgas ging an der Tankstelle im Januar zwar hoch, blieb aber unter dem des Vorjahresmonats. Nach Angaben der Brancheninitiative Zukunft Gas erfreut sich flüssiges Erdgas (LNG) als Kraftstoff besonders bei Logistikern wachsender Beliebtheit. So wurde im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel des Alternativkraftstoffes abgesetzt wie 2019.

Fazit: Der CO2-Aufschlag hat sich bei den Endverbraucherpreisen im Wärmemarkt und an der Tankstelle unterschiedlich ausgewirkt. Andere Marktfaktoren können durchaus einen größeren Einfluss auf das Preisgefüge und damit auch auf die Logistikkosten entfalten und die CO2-Komponente überdecken.

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